Biografie

Inge Maux
Schauspielerin – Malerin – Fotokünstlerin

* 2. Oktober 1944 in Mettmach, Oberösterreich, als Ingeborg Christine Wöchtl

Inge Maux wuchs überwiegend in Oberösterreich auf. Ihr Onkel war der Komponist Richard Maux (1893–1971), der sie künstlerisch förderte und ihre Eltern überzeugen konnte, dass sie die Wiener Schauspielschule Krauss besuchen durfte. Von ihm übernahm sie auch ihren Künstlernamen.

Schauspielerische Engagements führten sie unter anderem an das Kölner Schauspielhaus und das Schauspielhaus Zürich, außerdem war sie in verschiedenen Musicals zu sehen, beispielsweise am Opernhaus Zürich als Chava in Anatevka, am Theater an der Wien in Chicago oder als Maria Wartberg in Ich war noch niemals in New York am Wiener Raimundtheater. Gastspiele brachten sie an das Residenztheater München, an das Hamburger Ernst-Deutsch-Theater und in Wien ans Theater in der Josefstadt, ans Theater Drachengasse und ans Theater Nestroyhof Hamakom.

Maux war Ensemblemitglied am Wiener Volkstheater unter Direktor Michael Schottenberg, wo sie in den Spielzeiten 2010/11 bis 2013/14 unter anderem in der Deutschsprachigen Erstaufführung von Tennessee Williams Baby Doll als Tante Rose (Regie Niels-Peter Rudolph), in Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (Regie Michael Schottenberg) die Rolle der Betty Dullfeet verkörperte, in der Komödie Mein Freund Harvey (Regie Katrin Hiller) die Rolle der Veta Louise Simmons, in Herr Puntila und sein Knecht Matti (Regie Thomas Schulte-Michels) die Laina und in Felix Mitterers Uraufführung Du bleibst bei mir (Regie: Michael Sturminger) die Rolle der Frau Krottensteiner an der Seite von Kammerschauspielerin Andrea Eckert. Im Sommer 2015 spielte sie bei den Sommerspielen Melk die weiße Königin in Alice im Wunderland (Regie Alexander Hauer). Inge Maux tritt auch immer wieder mit jiddischen Liederabenden auf.

2000 startete Inge Maux eine bemerkenswerte Film – Fernsehkarriere und  und arbeitete mit österreichischen Regisseur*innen wie Christian Frosch, Andreas Prochaska, David Schalko, Elisabeth Scharang, Ulrich Seidl u.v.a. Als Auszeichnungen erhielt sie bisher eine Nominierung für ihre Rolle der Mutter in Spuren des Bösen – Schande (ZDF/ORF) beim Wettbewerb der Deutschen Akademie für Fernsehen sowie als beste weibliche Nebenrolle als Jacks Mutter in Jack von Elisabeth Scharang für den Österreichischen Filmpreis 2016. Im selben Jahr stand sie für den ORF-Landkrimi Höhenstraße und für eine Episode der fünften Staffel von Schnell ermittelt vor der Kamera. In der Fernsehserie Braunschlag (2011) verkörperte sie die Rolle der Mutter von Herta Tschach, in Paradies: Liebe (2011) von Ulrich Seidl spielte sie Teresas Freundin. Im Blunzenkönig (2014) hatte sie an der Seite von Karl Merkatz als Rösli eine Hauptrolle, in der ZDFneo-Serie Blockbustaz (2015/2017) spielte sie die Rolle der Hella. In dem mehrfach ausgezeichneten Film Sommerhäuser (2016) von Sonja Maria Körner setzte Maux Akzente als Tante Mathilde.

Die jüngsten Filmarbeiten sind starke emotionale Statements, in denen Inge Maux ihr Können beweist: In Murer – Anatomie eines Prozesses (2017) steht der ehemalige SS-Führer Franz Murer, Leiter des Ghettos von Vilnius von 1941-43, in Graz vor Gericht. Inge Maux gibt im Film als Holocaust-Überlebende ein erdrückendes Zeugnis ab. Die Verfilmung der Tragikkomödie von Michael Steiner Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse bescherte Inge Maux als Mame Wolkenbruch eine weitere große Herausforderung, diesmal in einer Hauptrolle eines internationalen Films, der beim Zurich Film Festival 2018 seine Weltpremiere feierte. Zu erwarten ist die Premiere einer weiteren Zusammenarbeit mit Regisseur Ulrich Seidl: Böse Spiele.

Zur Malerei gelangte Inge Maux durch spielerisches Experimentieren mit Stiften, Pinsel und Farben. Ihre Arbeiten entstehen spontan, meistens schnell, ohne Vorzeichnung oder Korrektur. Inspiration ist immer da und fliegt ihr aus allen Dingen zu. Die Faszination von Gesichtern und Masken hat mit der Schauspielerei zu tun und auch hier liegt der Reiz im Zulassen des Unbewussten, von dem sich der Betrachter magisch angezogen fühlt. Mit dem Medium Fotografie geht Inge Maux ebenso intuitiv und spielerisch ans Werk. Mehrfachbelichtungen und eine spezielle eigens gefertigte Kaleidoskop-Linse vor der Kamera bringen einzigartige Effekte, die den Betrachter tief eintauchen lassen in abstrakte Formen genauso wie in weite Fernen. Internationale Ausstellungen in London, Tel Aviv, Miami, Wien, Gstaad (CH).

Inge Maux ist in zweiter Ehe mit dem Schauspieler Manfred Schmid verheiratet, mit dem sie Niederösterreich lebt.